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SeitenanfangDer zweite Weltkrieg - ein Vernichtungskrieg
Aufgabenbeispiel für die mündliche Prüfung in der Sekundarstufe I

Geschichte

 

Aufgabenbeispiel zur mündlichen Prüfung in der Sekundarstufe I


LISA 2007

 

Thema: Der zweite Weltkrieg - ein Vernichtungskrieg


Quellen:

 

 

 

 

 

 

 

 

5

 




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1.  Erlass Hitlers über die Ausübung der Kriegsgerichtsbarkeit im Gebiet Barbarossa
und über besondere Maßnahmen der Truppe vom 13. Mai 1941


… 2. Freischärler sind durch die Truppen im Kampf oder auf der Flucht schonungslos zu erledigen.
3. Auch alle anderen Angriffe feindlicher Zivilpersonen gegen die Wehrmacht, ihre Angehörigen
und das Gefolge sind von den Truppen auf der Stelle mit den äußersten Mitteln bis zur
Vernichtung des Angreifers 5 niederzukämpfen.
4. Gegen Ortschaften aus denen die Wehrmacht hinterlistig oder heimtückisch angegriffen
wurde, werden unverzüglich auf Anordnung eines Offiziers ... kollektive Gewaltmaßnahmen
durchgeführt, wenn die Umstände eine rasche Feststellung einzelner Täter nicht gestatten ...
5. Es wird ausdrücklich verboten, verdächtige Täter zu verwahren, um sie bei Wiedereinführung der Gerichtsbarkeit über die Landesbewohner an die Gerichte abzugeben ...
Behandlung der Straftaten von Angehörigen der Wehrmacht und des Gefolges gegen Landeseinwohner.
1. Für Handlungen, die Angehörige der Wehrmacht und des Gefolges gegen feindliche Zivilpersonen
begehen, besteht kein Verfolgungszwang, auch dann nicht, wenn die Tat zugleich
ein militärisches Verbrechen oder Vergehen ist ...

Kühnl, R.: Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten Papy Rossa Verlag, Köln 2000,
S. 337
  2.  Aktennotiz über eine Besprechung der Staatssekretäre über die Ausplünderung
der Sowjetunion vom 2. Mai 1941


Der Krieg ist nur weiterzuführen, wenn die gesamte Wehrmacht im 3. Kriegsjahr aus Russland
ernährt wird.
2. Hierbei werden zweifellos zig Millionen Menschen verhungern, wenn von uns das für uns
notwendige herausgeholt wird.

Kühnl, R.: Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten Papy Rossa Verlag, Köln 2000,
S. 338







5



10
3.  Richtlinien für die Behandlung politischer Kommissare vom 6. Juni 1941
(„Kommissarbefehl“)


Im Kampf gegen den Bolschewismus ist mit einem Verhalten des Feindes nach den
Grundsätzen der Menschlichkeit oder des Völkerrechts nicht zu rechnen. Insbesondere ist
von den politischen Kommissaren aller Art als den eigentlichen Trägern des Widerstandes
eine hasserfüllte, grausame und unmenschliche Behandlung unserer Gefangenen zu erwar-
ten.
Die Truppe hat sich bewusst zu sein:
In diesem Kampf ist Schonung und völkerrechtliche Rücksichtnahme diesen Elementen gegenüber
falsch. Sie sind eine Gefahr für die Sicherheit und die Befriedung der eroberten Gebiete.
 .... Sie sind daher, wenn im Kampf oder bei Widerstand ergriffen, grundsätzlich sofort mit der
Waffe zu erledigen ...“

Kühnl, R.: Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten Papy Rossa Verlag, Köln 2000, S.
339

 

Aufgabenstellung
Interpretieren Sie die Quellen unter dem Aspekt, inwieweit politische und wirtschaftliche Ziele
Hitlerdeutschlands die Kriegsführung gegen die Sowjetunion prägten.

Bearbeiten Sie dabei folgende Aufgaben:

  1. Nennen Sie außenpolitische Ziele Hitlerdeutschlands gegenüber der Sowjetunion und
    ordnen Sie diese in die nationalsozialistische Weltanschauung ein.
  2. Analysieren Sie die Quellen mit Blick auf die Ziele und Methoden der Kriegsführung an
    der Ostfront.
  3. Von 1995-1999 zeigte das Hamburger Institut für Sozialforschung eine Wanderausstellung
    zum Thema „ Vernichtungskrieg, Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944“. Immer
    wieder begleiteten Demonstrationen diese Ausstellung mit Protesten und behaupteten
    auf Transparenten „Unsere Soldaten waren keine Verbrecher“.
    Nehmen Sie dazu Stellung.

Prüfungsgespräch

Diskutieren Sie Ihre Darlegungen aus der Sicht der Opfer. Gehen Sie auch auf die „Lüge von
der Auschwitzlüge“ ein.

Erwartungshorizont für den Vortrag und das Prüfungsgespräch

Die Lösung der zentralen Aufgabenstellung ist der Maßstab für die Bewertung der Prüfungsleistung.
Die Unteraufgaben decken die übergeordnete Aufgabe nur dann ab, wenn der Prüfling
nachweist, dass die Quelleninterpretation als Methode der Geschichtswissenschaft
beherrscht wird.

Aufgabe Erwartungshorizont

AFB

I

AFB
II
AFB
III
Vortrag
1 Die Prüflinge beschreiben die nationalsozialistische Weltanschauung
als Grundlage nationalsozialistischer Politik:
  • Imperialistische Außenpolitik (Volk ohne Raum-Theorie,
        permanenter Kampf um Lebensraum als Grundlage der
        Macht werden gerechtfertigt)
  • Rassenlehre, Elitedenken und Antisemitismus als Rechtfertigung
    für Unterdrückung und Vernichtung fremder
    Rassen
  • Antikommunismus

Sie verknüpfen die außenpolitischen Ziele und besonders die Kriegsziele gegen die SU mit der nationalsozialistischen Weltanschauung.

Sie gehen ein auf:
  • Revision des Versailler Vertrages
  • Bündnispolitik und Aufrüstung als Säulen der Außenpolitik
  • Schaffung eines großdeutschen Reiches durch Eroberung
        von Lebensraum im Osten und Rohstoffquellen
  • Vernichtung der „bolschewistischen und jüdischen Rasse“
  • Vernichtung der sozialistischen Weltanschauung











4

1



1


1


2
 

2

Formale Quellenanalyse: (Verfasser, zeitliche Einordnung,
Gattung, Inhaltsangabe, Adressatenkreis, Anliegen)
Die Prüflinge ordnen die Quellen den Kriegszielen und der
Art der Kriegsführung zu:
  • Q 1 – Kriegsgerichtsbarkeitserlass – Krieg gegen Zivilbevölkerung und Partisanen
  • Q 2 – Verdeutlichung der wirtschaftlichen Kriegsziele,
        Ernährungskrieg gegen Zivilbevölkerung
  • Q 3 – Kommissarbefehl – Krieg als Krieg zweier Weltanschauungen, Verdeutlichung politischer Ziele
 

2





1

1

1
 
  Interpretation:
  • Alle drei Quellen verdeutlichen, dass Hitlerdeutschland
        gezielt und bewusst einen Vernichtungskrieg gegen die
        Sowjetunion geplant und geführt hat. Ausgehend von
        menschenverachtenden Theorien wie der Rassentheorie,
        der Volk ohne Raum Theorie und antikommunistischen
        Zielen wurden noch vor dem Überfall auf die SU am
        22.6.1941 gesetzliche Grundlagen geschaffen, die gegen
        existierendes Völkerrecht verstießen. Offen wurde außerdem
        in der Kriegsplanung der Hungertod von Millionen
        Menschen einkalkuliert.
  • Damit war eine scheinbare Rechtfertigung für das Vorgehen
        deutscher Truppen geschaffen worden, die jedoch
        den Einzelnen in keiner Weise von seiner persönlichen
        Verantwortung freisprechen konnte.

   






2
3 persönliche Auseinandersetzung mit historischen Sachverhalten:
  • selbstständiges Formulieren von Argumenten und sinnvolles
        Verknüpfen historischer Sachverhalte zum Beleg
        der eigenen Anschauung
  • Darstellung der eigenen Position und möglicher Gegenpositionen
   

2
Sprach-kompetenz
  • flüssige, grammatikalisch richtige Sprechweise
  • Verwendung von Fachtermini
  • logischer Aufbau der Darlegungen
 
2
 
    6 10 4
Prüfungsgespräch
 
  • Veranschaulichung des Kriegsgeschehens in der Sowjetunion
        auf der Grundlage historischer Sachverhalte
  • Erläuterung des Leidens der Bevölkerung
  • Bewerten der „Lüge von der Auschwitzlüge“
3

4




2

 

Sprach-kompetenz
  • situativ angemessenes Reagieren auf Gesprächsimpulse
 
1
 
Bewertungseinheiten insgesamt 9 15 6
[Quellen/Lizenz einblenden]
Autor/Rechteinhaber: Frau Kathrin QuenzlerEingestellt am:
Stand vom:
02.03.2009
04.01.2017
Autor/Rechteinhaber: Schuhmann, Rosmarie
Eingestellt am:
Stand vom
02.03.2009
04.01.2017
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Schuhmann, Rosmarie auf dem Bildungsserver Sachsen-Anhalt (http://www.bildung-lsa.de/index.php?KAT_ID=677#art1088)
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Rubrik: Geschichte

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